Heilge Drei Könige Kommen die Kinder nach den Weihnachtsferien wieder in den Kindergarten, fällt ihr erster Blick oft auf die Krippe. Ist das Jesuskind auch hier angekommen? Sind die Hirten noch da oder die Hl. Drei Könige schon auf dem Weg? Gerade die großen Kinder haben in der Adventszeit genau beobachtet, was sich in der Krippenlandschaft tat. Sie haben den Weg von Maria und Josef zum Stall verfolgt und gesehen, wie sie jeden Tag ein Stück näher kamen. Ebenso wurde geschaut, wie sich die Hirten mit ihren Schafen aufmachten. Und nun sind die Hl. Drei Könige unterwegs. Der Jahreszeitentisch sieht schlichter aus. Statt der üppigen Moos- und Naturlandschaft liegen nun Tücher in hellem Blau auf dem Tisch. An Stelle des Stalls ist mit gelben und weißen Tüchern ein Haus angedeutet. Das Jesuskind liegt nicht mehr in der Krippe, sondern sitzt bei Maria auf dem Schoss. Es trägt einen kleinen goldenen Reif.

Zwölf Kerzen stehen für die zwölf heiligen Nächte (die Zeit vom 25. Dezember bis 6. Januar) vorne auf dem Tisch. Etwas abseits, z.B. auf einer Fensterbank beginnend, nähern sich die Könige jeden Tag ein Stück mehr dem Jesuskind. Haben die Könige ihre Gaben dargebracht, verweilen sie ein paar Tage und gehen dann langsam nach Hause. Da die Kinder erst nach dem 6.Januar in den Kindergarten kommen, geschieht dieses in den folgenden zwei bis drei Wochen. Danach machen sich Maria und Josef mit dem Kind auf dem Weg ins Ägyptenland.

Heilge Drei Könige Natürlich freuen sich die Kinder auch auf das Dreikönigsspiel. Zum Weihnachts- oder Krippenspiel haben wir die Eltern eingeladen. Das Dreikönigsspiel spielen wir für uns allein. Manchmal sagen jetzt sogar die Kleinsten: "Ich möchte die Maria sein", weil sie schon das Weihnachtsspiel gesehen haben. Beim Dreikönigsspiel erleben die Kinder, wie die Hl. Drei Könige mit ihren Pagis dem Stern folgen, der ihnen den Weg zum Jesuskind zeigt. Der erste ist der rote König, weil er ein rotes Gewand trägt, sein Name wir später mit Melchior festgelegt. Nachts stieg er auf einen hohen Turm und konnte von dort den Stern mit dem Bild von der Jungfrau Maria und dem Kinde sehen. Er bringt als Geschenk das rote Gold.- Gold als Symbol für Weisheit und Erkenntniskräfte. Der blaue König, Balthasar, hatte einen großen Saal. Nachts öffnete er den Saal, und dann leuchteten alle Sterne herein. Und er sah den Stern mit dem Bild der Jungfrau mit dem Kinde, dem will er folgen. Er bringt als Opfergabe Weihrauch- als Symbol des Gebetes. Kaspar, der grüne König, hatte sich einen Schacht tief in die Erde gegraben. Schaute er aus der Tiefe zum Licht, so sah er den Stern, der ihn führte. Als Opfergabe bringt er Myrrhe mit.- Myrrhe ist für ihre Heilwirkung bekannt. Sie steht als Symbol für die Verbindung der Menschenseele mit dem Göttlich-Geistigen.

Gold, Weihrauch und Myrrhen,
Herz, Wille und Sinn
O Kindelein Gottes, nimm's
Gnadenvoll hin

Wie beim Krippenspiel dürfen auch hier die Kinder dem Geschehen ganz aus der Nachahmung folgen. Die Dreikönigszeit dauert von Weihnachten an gerechnet 40 Tage bis zum 2. Februar (Mariä Lichtmeß).

Heilge Drei Könige Die Sterndeuter oder Weisen aus dem Morgenland wurden seit dem 3.Jahrhundert als Könige bezeichnet und erhielten im 6.Jahrhundert erstmals die Namen Balthasar, Melchior und Kaspar. Einer der Könige war in der Regel von schwarzer Hautfarbe, weil die Hl. Drei Könige als Repräsentanten der damals bekannten drei Kontinente Asien, Afrika und Europa angesehen wurden. Wie auch als Vertreter der drei Lebensalter (Jugend, Lebensmitte, Greisenalter). In den ersten Jahrhunderten des Christentums haben die Menschen das Weihnachtsfest am Tag der Taufe Jesus gefeiert, also am tag der Geburt des göttlichen Geistes. Doch schon bald ging das Verständnis für diese geistige Geburt verloren, und das Christusgeburtsfest wurde vom 6.Januar (auch griech. Epiphanias = Erscheinungstag genannt), auf den 25.Dezember verlegt. Heute feiern wir die leibliche Geburt Jesus in der Hl. Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Der 25. Dezember war in vorchristlicher Zeit ein hoher Feiertag. Im Orient und später über das ganze römische Reich galt er als Geburtstag des Mithras. Dieser wurde als ein mit der Sonne verbundener Erlösergott verehrt. Er wurde in den ersten christlichen Jahrhunderten "der unbesiegten Sonne" völlig gleichgestellt. Sein Fest wurde durch das Christgeburtsfest abgelöst. Davon erfahren die Kinder nichts, sie dürfen die Hl. Drei Könige noch ganz in ihrer Bilderwelt erleben. Sieht man sich die Kinderzeichnungen während der Dreikönigszeit, erkennt man oft bei den größeren Kindern die Hl. Drei Könige in ihren Farben. Die Kleinen malen irgendein Bild und in einer Ecke tauchen z.B. nur drei Striche in rot, blau und grün auf. In der letzten Januar-Woche schließen wir meist mit der Dreikönigszeit ab und wenden uns ganz der hoffentlich angekommenen Winterzeit und der anschließenden Faschingszeit zu.

Waldorf-Kindergarten Karlsruhe
Diese Seite wurde zuletzt am 13. März 2012 aktualisiert.