Surre, surre Rädchen, spinne mir ein Fädchen.
Fädchen will ich spinnen, das Märchen soll beginnen.

Zweimal im Jahr findet in unserem Waldorfkindergarten ein öffentliches Puppenspiel statt. Warum pflegen wir in userem Kindergarten diese Art des Marionettenspiels?

Unser Marionettenspiel soll nicht nur eine zeitfüllende Unterhaltung sein, sondern die Phantasiekräfte der Kinder anregen. Dies geschieht durch die Auswahl der Stücke, die Gestaltung der Figuren und des Bühnenbildes und die Wahl der Farben. Kinder spielen wohl so innig mit Puppen, weil die Puppe ein Abbild des Menschen ist und sie damit nachahmen, was sich zwischen und im Menschen abspielt.

Einige Puppen Ist eine Puppe einfach gestaltet, kann das Kind die ganze Palette der Gefühle in diese Puppe "hinein erzeugen". Die Kinder sind zu innerer Aktivität aufgefordert, um in der Phantasie das Fehlende zu ergänzen. Eine Puppe behält durch das ganze Spiel ihr nur angedeutetes Gesicht und der Zuschauer erzeugt das Mienenspiel, also z.B. lachen, freuen, oder traurig sein, selbst.

Der Charakter einer Figur offenbart sich durch die Farbgebung des Gewandes: die Prinzessin trägt ein helles Kleid, der König einen purpurnen oder goldenen Umhang, böse Charaktere zeigen sich in dunklen Gewändern.

Bühnenbild Ähnliches gilt für die Gestaltung des Bühnenbildes und der Requisiten. Auch hier gilt oft, weniger ist mehr. Haus, Schloss, Bäume, Brunnen u.ä. werden nur angedeutet und mit farbigen Seidentüchern gestaltet. Das Kind kann die Details in seiner Phantasie selbst erzeugen. Durch diese Einfachheit in der Gestaltung sind die Marionettenspiele für die kindliche Phantasie sehr anregend. Das zeigt sich zuhause oft daran, dass Puppenspiele mit den im Kinderzimmer vorhandenen Puppen und Gegenständen nachgebaut und nachgespielt werden. Eine extra Puppenspielausrüstung brauchen die Kinder dazu gar nicht.

Für das Kindergartenalter wird das Spiel mit Marionetten als besonders geeignet empfohlen. Die Marionette wird von oben, von einem höheren Bereich aus, gelenkt. Im Puppenspiel ist es ein Mensch, der die Fäden der Figur in Händen hält und ihr Schicksal nach den Märchentexten lenkt. Das kann ein Bild werden für die höheren Mächte die ein Menschenschicksal lenken können.

Nachdem wir, der Puppenspielkreis, uns für ein Märchen entschieden haben, überarbeiten wir den Text im Hinblick auf Bühnengestaltung und szenische Umsetzung. Wir haben einen Fundus an Puppen, die eventuell ausgebessert werden müssen, oder wir fertigen Puppen neu an. Beim Bühnenaufbau müssen Landschaft und Gebäude aus Karton, Hölzern, Ästen und Seidentüchern gestaltet und festgesteckt werden. Beim anschließenden Proben ergeben sich oft noch Umbauarbeiten, um das Spiel besser gestalten zu können. Ein "Regisseur" achtet bei Spielen genau auf die Gesten der Marionetten. Gerade, wenn die Figuren einfach gehalten sind, ist es wichtig, dass Gebärden sorgfältig ausgespielt werden, um dem Spiel Leben zu geben.

Zu den Bildern der zuletzt gepielten Märchen.

Waldorf-Kindergarten Karlsruhe
Diese Seite wurde zuletzt am 22. Mai 2009 aktualisiert.